Streitverkündung

Am Bau sind meistens mehrere beteiligt wie der Architekt, der Statiker, verschiedene Bauunternehmer oder Baubetreuer oder andere Sonderfachleute. Deshalb ist es häufig schwierig zu ermitteln, wer für einen Schaden verantwortlich ist.

So kann es sein, dass mehrere Verursacher für den selben Schaden alternativ verantwortlich gemacht werden können, oder dass eine Partei Rückgriffsanprüche gegenüber einem Dritten hat. Außerdem kommen Ausgleichsansprüche aus § 426 BGB wegen gesamtschuldnerischer Haftung in Betracht.

Deshalb kommt es in Bauprozessen häufig zu einer Streitverkündung im Sinne von § 72 ZPO.

Wird der Streit verkündet, kann man dem Rechtsstreit beitreten. In diesem Fall kann der Intervenient Angriffs- und Verteidigungsmittel vorbringen. Er kann diese Erklärungen und Handlungen allerdings nur insoweit vorbringen, als sie nicht im Widerspruch zur Hauptpartei stehen.

Tritt der Streitverkündete nicht bei, so wird der Rechtsstreit ohne Rücksicht auf ihn fortgesetzt.

Er kann sich allerdings in einem Folgeprozess nach § 68 ZPO nicht mehr darauf berufen, dass der Rechtsstreit falsch geführt worden ist.

Deshalb sollte im Falle von ungeklärter Schadensverursachung, möglichen Regressansprüchen und gesamtschuldnerische Haftung die Möglichkeit der Streitverkündung und Nebenintervention (Streitbeitritt) geprüft werden. Soweit eine Streitverkündung bereits vorliegt, muss geprüft werden, ob man dem Rechtsstreit beitreten sollte.

Wir sind in der Lage, derartige Verfahren durchzuführen.

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